Archiv für die 'Editorial' Kategorie

Weihnachten ist mir doch egal


MyVideo Direktegalweihnachten

Dir wünsche ich trotzdem ein frohes Fest und alles Gute für 2010!

Geschützt: The Lost Tapes Vol. 1

Dieser Artikel ist durch ein Passwort geschützt.
Um ihn anzusehen, trage es bitte hier ein:


Hausmitteilung: Der Taubenvergrämer lässt lesen — mich auch

Das bin ich.

Das bin ich.

Der Taubenvergrämer aka @vergraemer aka Jan-Uwe Fitz lässt bitten — und zwar zum allerersten Jour-Fitz. Fast alle kommen auch:

Lisa Rank (@kumullus), die im Januar ihr erstes Buch “Und im Zweifel für Dich selbst” bei Suhrkamp Nova veröffentlichen wird,

Michael Bukowski (@mbukowksi) stellt seine “Lektüre für Nichtleser” vor,

und auch ich werde ein paar Zeilen aus meinem bescheidenen Schaffen vortragen.

Kommt alle am Montag, den 26.10. um 20 Uhr ins Spoupanova, Stargarder Straße 24, 10437 Berlin; und gebt vier Euro an der Kasse ab. Von Beileidsbekundungen nach missratenen Textbeiträgen bitten wir abzusehen. Nach der Lesung keine Orgie.

Blues

“Und sie haben also den Blues?”, frug mich der krawattetragende Mann mit dem fränkischen Akzent, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. “Ja.”, hätte ich antworten können – aber das wäre zu einfach gewesen. Es ist weniger der Blues der am Missisippi-Delta schwitzenden Baumwollpflücker, sondern eher der Jazzblues Charlie Parkers: harmonisch angereichert und mit verschobenem Grundton, dachte ich. Ich wollte die Komplexität des Lebens nicht in dieses Gespräch einbringen, kniff die Augen etwas zusammen und erwiderte: “Ja, das kann man so sagen.”

Frohes Fest und guten Rutsch

Manchmal bin ich froh, dass meine schlimmsten Nachbarn direkt nebenan und nicht etwa gegenüber wohnen:


YouTube Direktweihnachten

Kein Spam von fm-itsas

In den letzten zwei Wochen erhielt ich mindestens zehn Kommentare dieser Art aus dem Hause fm-itsas. Neben Lob für meine ausgezeichneten Herbstphotographien gab es auch zahlreiche Genesungswünsche anlässlich einer Lungenentzündung. Schön, dass es noch so viel Anteilnahme auf der Welt gibt. Prima auch, dass stets (wechselnde) korrekte Absender-E-Mail-Adressen angegeben wurden, damit ich weiß, wo ich mich bedanken kann.Das will ich hiermit tun.

Liebe Anke, liebe Simone, liebe Katrin, liebe Jutta, liebe Carla, lieber Peter, lieber Thomas, lieber Lothar, lieber Thomas Kreis,schön, dass Ihr trotz der Wirtschaftskrise einen Job in der Agentur fm-itsas gefunden habt. 

[gestrichen, Anm. d. Red.]

Das finde ich sehr lobenswert, so unterscheidet Ihr Euch positiv von bösen SEO-Agenturen, die versuchen, durch das Hinterlassen von sinn- und/oder belanglosen Kommentaren samt dazugehörigem Link in Weblogs die Aufmerksamkeit von Suchmaschinen auf die Seiten Eurer Kunden zu lenken. Da Ihr in meinem Blog seit einigen Wochen immer so nett kommentiert, will ich Euch bei der Arbeit mit diesem Brief ein wenig unterstützen. Vielleicht erhaltet Ihr so ja noch ein wenig mehr Aufmerksamkeit, denn Euer Job ist sicher ganz schön mühsam.

Wie heißt es auf einer Eurer Seiten? “Professioneller Backlinksaufbau von Hand. Die SEO Fabrik sorgt für einen natürlichen und strategischen Linkaufbau. Dank unserem 35 Mann starken Team können wir bis zu 2000 Backlinks pro Monat erzeugen.”

Andere Blogger würden Eure Tätigkeite möglicherweise als Kommentarspam bezeichnen und Euch direkt an Akismet melden, damit Ihr es künftig schwerer habt, in anderen Weblogs zu kommentieren und Eure Kommentare direkt im Spamfilter landen. Ich würde dies niemals tun oder gar andere Blogger dazu auffordern. Ganz im Gegenteil, ich finde es toll, wie Ihr Euren Kunden Freunden helft, auf google noch besser gefunden zu werden, damit sie ihre tollen Dienstleistungen noch mehr Menschen zur Verfügung stellen können. Sicherlich kann jeder ein Verkaufstraining, eine Make-Up-Schulung oder eine Dialyse gebrauchen. Schön, dass es Euch gibt.

Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß und Erfolg beim “schnellen und sauberen Erreichen der angestrebten Ziele”.

Herzlich grüßt

Euer bosch

Hausmitteilung Nr. 5: Ich fang nochmal an …

Berlin, Berlin, Berlin. Hier werden kleine Eisbären groß gezogen und vormals große Banken gerettet. Aber nicht nur das; die Hauptstadt kann noch viel mehr. Kein Wunder also, dass hier in Kürze auch die zweite Twitterlesung stattfinden wird. Meine Twitkritkollegen (und auch ich ein bißchen) werden im Rahmen der Neuköllner Lesebühne “Ich fang nochmal an …” einen bunten Strauß Twitteraturblüten binden. Diesmal zwar ganz ohne Bachmann- und Grimmepreisträger, dafür im Anschluss aber mit Bier und Wein.

Außerdem werden wir einen neuen Rekord aufstellen: es wird die wohl vermutlich kürzeste Twitterlesung aller Zeiten werden. Wir haben bei der Vorbereitung keine Mühen gescheut, um bei unserem zweiten Anlauf die vorgelegte Drei-Stunden-Marke deutlich zu unterbieten. Am 16.10.2008 um 20:30 die geht es los. Wir sehen uns im Ori, Friedelstraße 8, Nähe U-Bahnhof Hermannplatz.

Und wer jetzt denkt, in Hamburg ginge gar nichts, der irrt. Nach einigen passablen Gastauftritten haben sich Sven und Stefan dazu entschlossen, mich in den erlesenen Kreis der Podcaster aufzunehmen. Daher treffen wir uns fortan in unregelmäßigen Abständen, um unwichtige Dinge zu besprechen. Die Tondokumente unserer Zusammenkünfte stellen wir dann auf der Seite Hamburger zum Mittag in das weltweite Netz. Dort kann man unsere jeweils aktuellen Produktionen dann entweder direkt anhören, abonnieren oder ignorieren.

Aktion Blogswing

Der Sommermonat August ist allgemein nicht dafür bekannt, ein Zeitpunkt für gute Vorsätze zu sein. Aber warum sollte man diese immer nur zum Jahreswechsel fassen?

Wenn Gewerkschaftsbosse auf Kosten des Betriebes, den sie gerade bestreiken, in den Urlaub fliegen und Affenmädchen mangels Seepferdchenabzeichen im Hamburger Zoo ertrinken, dann hat wieder einmal das Sommerloch geöffnet. Während andere Blogbetreiber in dieser Zeit vor lauter Transpiration bevorzugt einen neuen Blogblues ausrufen, alle Viere von sich strecken, sich dem Müßiggang hingeben und so in den Feedreadern dieser Welt für gähnende Leere sorgen, will ich dieser Entwicklung entschieden entgegentreten und Dienst am Leser tun. Hiermit rufe ich die Aktion Blogswing aus – für einen beschwingten Sommer im Weblog.

Täglich werde ich fortan an dieser Stelle einen Beitrag veröffentlichen – zumindest einen kurzen, manchmal vielleicht auch einen kurzweiligen. Der langjährige Leser dieses Onlinejournals wird sich nun möglicherweise mir Blick auf die bisherige Beitragsfrequenz an den Kopf fassen und sich fragen: Ja, schafft der bosch das denn? Wie lange wird er das bloß durchhalten? Ich kann Sie beruhigen und sage: mindestens bis morgen.

—————————————-
Geeignete Themenvorschläge nehme ich selbstredend gern entgegen.

Hausmitteilung Nr. 4: Twitterlesung


Illustration: kosmar

Viel ist geschrieben worden in den letzten Tagen – nur an dieser Stelle nicht. Warum und worüber? Es kommt, wie es kommen muss: am Samstag, den 26. Juli 2008  um 20 Uhr findet im NBI in der Kulturbrauerei in Berlin die vermutlich weltweit erste Twitterlesung statt.

Kaum ein Ereignis dürfte in Berlin derzeit – abgesehen von der Landung Barack Obamas – in der Hauptstadt so heiß herbeigesehnt werden wie die von Twitkrit und Sascha Lobo auf die kurzen Vogelbeine gestellte Großveranstaltung. Mit von der Partie werden nicht nur meine Twitkrit-Kollegen, Herr Lobo und ich sein, sondern auch viele honorige Gäste wie der diesjährige Ingeborg-Bachmann-Preisträger Tilman Rammstedt sowie viele andere twitternde Stargäste. Da das Ganze auch angemessen moderiert werden muss, wird sich kein geringerer die Ehre geben als der großartige Johnny Haeusler.

Damit alle, die nicht dabei sein können, nicht allzu traurig sind, wird unser Medienpartner hobnox.com die Lesung live im Internet übertragen und im Anschluss noch ein hübsch produziertes Filmchen daraus machen.  Und, und, und …

——————————————————————

weiterführende Links:

Tagebuch eines EM-Verweigerers Teil 5: Schostakowitsch und Schluss

Eigentlich ist dies ein Beitrag für die Rubrik Leserbriefe. Da ich aber langsam beginne, mich an diese kleine Fußballserie zu gewöhnen, erscheint dieser zum Ausklang der glücklicherweise heute endenden Europameisterschaft in dieser Reihe. Das Beste am Fußball ist, dass es – wenn man von Nachspielzeiten einmal absieht – keine Zugaben gibt.

Kürzlich frug mich eine unbekannte Kommentatorin, wie mein Verhältnis zu Dimitri Schostakowitsch (1906-1975) sei. Der russische Komponist war nämlich, wie die Archive der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) und der Süddeutschen Zeitung belegen, ein großer Fußballfan. Die NZZ schreibt dazu in ihrer Ausgabe vom 23. September 2006:

Zwischen intellektueller Überlastung und den ständigen politischen Zwängen fand Schostakowitsch kaum Möglichkeiten der seelischen Entspannung. Ohne Fussball hätte er dieses Leben nicht ausgehalten, meinte seine Biografin Sofia Hentowa.

Die unbekannte Leserbriefschreiberin schreibt weiter, dass sie derzeit fasziniert von Schostakowitschs 11. Sinfonie sei, und fragt nach einem möglichen Zusammenhang zwischen Rhythmik und Fußballtaktik. In Ermangelung einer vorliegenden Aufnahme dieses Werkes weiß leider auch ich darauf keine erschöpfende Antwort zu geben. Wohl aber befindet sich in meiner bescheidenen Musiksammlung eine Gesamtaufnahme Schostakowitschs Streichquartette – die noch immer zeitgemäße und erfrischende Aufnahme des Brodsky Quartets aus dem Jahre 1989. Keine Mühen habe ich gescheut und für meine Leserschaft diese Aufnahme – insbesondere vor dem Hintergrund meines neu erworbenen Wissens um die Fußballliebe des Komponisten – einmal angehört. Das Ergebnis wird Sie möglicherweise so sehr überraschen wie es auch mich überrascht: man kann nicht hören, dass Schostakowitsch ein Fußballnarr war.

Das ist gut, und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist es für einen Geistesmenschen unabdingbar, einen intellektuellen Ausgleich zu finden. Tage und Nächte sitzt der Komponist in seiner dunklen Kammer und komponiert Sinfonien, Konzerte, Suiten und Kammermusiken vor sich hin. Das ist anstrengend und irgendwie muss die ganze Anspannung, die sich dabei aufbaut, heraus aus dem komponierenden Komponisten. Da ist es immer noch besser, am Rande eines Fußballfeldes die aufgestauten Aggressionen abzubauen, indem man die eigene Mannschaft anfeuert und den Schiedsrichter beschimpft, als gelegentlich einen Amoklauf zu begehen oder sich die Venen mit Heroin vollzupumpen. Selbst in meinem Freundeskreis finden sich zahlreiche Menschen, die sich hin und wieder mit Begeisterung Fußballspiele anschauen. Auch wenn ich selbst eine Abneigung gegen diese Sportart hege, so bin ich tolerant genug, ihnen diese Vorliebe als Ventil für die Belastungen des Alltags zuzubilligen. Schließlich handelt es sich bei dieser Neigung lediglich um einen kleinen Aspekt ihrer Persönlichkeit. Dieser zeigt ganz wunderbar, dass niemand vollkommen ist – nicht einmal meine eignen Freunde. Zweitens ist es doch beruhigend zu erkennen, dass es zwischen einer einzelnen Charaktereigenschaft und dem Menschen als Ganzes keinen wirklichen Zusammenhang gibt. So kann man einerseits fußballverrückt und gleichzeitig ein talentierter Komponist sein, wie dies bei Schostakowitsch der Fall war. Auch gibt es bekannte Fälle von Fußballverrückten, die gleichzeitig ganz miserable Musiker sind, wie es die Band Sportfreunde Stiller mit ihrer Fußballhymne 54, 74, 90, 2010, aber auch viele andere zuvor eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

Mit der versöhnlichen Erkenntnis, dass auch Fußballfans gute Menschen sein können, will ich dieses kleine Tagebuch beschließen – morgen ist zum Glück alles vorbei.

Hausmitteilung Nr. 3: TV, Blogpiloten, turi2, Twitkrit in der FAZ und Selbstreferenzialität

Kurz möchte ich an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um auf einen von mir verfassten Beitrag zum Thema “Zukunft des Fernsehens”, der heute bei den Blogpiloten erschienen ist, hinzuweisen. Ich habe ihn “Fernsehen ist tot – jedenfalls ein bißchen” genannt.

Dass sich griffige Formulierungen bezahlt machen, durfte ich in diesem Zusammenhang erfahren: Das Medienblog turi2 zitiert nämlich aus meinem kleinen Aufsatz. Ausgerechnet ich erscheine dort mit Bild in einer Reihe mit Günter Netzer – wer hätte das für möglich gehalten?

Und auch Twitkrit, ein Gemeinschaftsblog, bei dem ich als einer der Autoren beteiligt bin, hat es am Wochenende zu Ruhm und Ehre geschafft, und zwar in die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) vom 22. Juni 2008: Jörg-Olaf Schäfers hat uns in seiner Kolumne “Neues aus dem Notizblog” auf der dazugehörigen Linkliste verewigt. Der Originalbeitrag ist leider nur für Abonnenten frei zugänglich (interessierten Lesern sende ich diesen per Mail gern zu). Twitkrit wurde zwar in der Printausgabe der FAS nicht namentlich erwähnt, aber in dem Artikel heißt es: “Neben den drei oben genannten, eher professionellen Websites finden sich im Netz natürlich auch zahllose in liebevoller Handarbeit am Wort gepflegte Websites privater Autoren.” Dies dürfen wir uns fortan auf die Fahnen schreiben und sagen Dankeschön für so viel Zuspruch.

—————————————————-

Weblogs wird immer wieder vorgeworfen, sie seien selbstreferenziell. Dieses Vorurteil möchte ich ab heute auch bedienen. Sporadisch habe ich versucht, die Metaebene in einem separaten Blog unterzubringen, das jedoch mangels Masse zwischenzeitlich eingeschlafen ist. Daher werde ich in der Kategorie “Hausmitteilung” fortan alles unterbringen, was mit meinem Weblog und dem Bloggen im Allgemeinen zu tun hat. Dass mein Bedürfnis, mich zu diesen Themen zu äußern, eher gering ist, dürfte den regelmäßigen Leser beruhigen und ihm sicher bereits aufgefallen sein. Wer sich für meine Hausmitteilungen nicht interessiert, der darf gern weiterblättern – im Spiegel ist schließlich auch niemand gezwungen, die Lektüre mit Seite 1 zu beginnen.

Hausmitteilung Nr. 2: Twitkrit

twitkrit

Liebe Leser,

hier geht es seit einigen Tagen ruhig zu, noch ruhiger als sonst. Sie werden jetzt möglicherweise denken: Ah, es ist Frühling, da hat der Autor sicher andere Dinge im Kopf, als sich der Befüllung dieses Onlinejournals zu widmen.

Mit diesem Gedanken liegen Sie nicht einmal daneben: Passend zur Jahreszeit habe ich in den letzten Tagen meine gesamte Aufmerksamkeit dem Gezwitscher gewidmet. Das gibt es jetzt auch im Internet und heißt dort Twitter.

Wer in den Weiten des Netzes sein Gezwitscher verbreiten möchte, hat dafür genau 140 Zeichen Platz. Da manche Vögel schöner (und andere auch schräger) zwitschern als andere, habe ich zusammen mit mspro, Picki, Cara und Björn ein Fachblog für Twitteratur gegründet: Es heißt Twitkrit. Dort widmen wir uns ab sofort täglich einem einzelnen Tweet oder gleich dem Lebenswerk eines Tweeters.

Warum wir das tun, kann man in unserem Manifest nachlesen. Hier und dort finden sich auch Interviews, die unseren Aufbruch in die spannende Welt der Twitteratur begleitet haben.

Ich selbst twittere natrürlich auch. Man findet mich und mein gezwitscher unter twitter.com/bosch. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und bleiben Sie mir gewogen.

Ihr bosch