Mitten in der Nacht klingelt das Telefon und weckt mich jäh aus meinen süßesten Bloggerträumen.
boschblog (noch sehr verschlafen): “Redaktion boschblog, ich höre.”
BILDblog: “Redaktion BILDblog, guten Morgen, Herr Kollege. Wir brauchen dringend Ihre Unterstützung. Harald Martenstein wollte heute einen Beitrag für uns schreiben. Nun ist der aber leider krank geworden.”
boschblog (noch immer verschlafen): “Und was soll ich dagegen machen?”
BILDblog: “Sie müssen für ihn einspringen, bitte. Sie können uns jetzt nicht hängen lassen.”
Ganz so war es natürlich nicht. Gestern suchte das BILDblog allerdings tatsächlich im Rahmen seiner Adventsaktion nach einer Vertretung für den verhinderten ZEIT-Kolumnisten. Da auch ich Bild-Chefredakteur Kai Diekmann am liebsten von hinten sehe, fühlte ich mich natürlich berufen. Zu meiner großen Überraschung wurde ich schließlich als einer von drei Kandidaten unter über 70 Bewerbern ausgewählt, heute einen Gastbeitrag für das BILDblog zu verfassen, was mir nicht nur großes Vergnügen, sondern auch die Qual einer mehr als einstündigen Lektüre der Bild bescherte. Was für einen Großteil der Bevölkerung wie Homöopathie klingt, war für mich nah an der letalen Dosis.
Harald Martenstein wünsche ich auf diesem Wege noch einmal baldige Genesung – und mir ab morgen wieder die gewohnte Qualitätszeitung auf dem Frühstückstisch.

Das da oben ist eine Kugelschreiberkritzelei, auf der ich trotz etwas krummer Nase zu erkennen bin. Mein Dank für dieses Meisterwerk gilt lady-kinkling.
Anders als der sonnige Titel dieses Beitrages vielleicht vermuten lässt, werde nicht ich mich in den nächsten Wochen in einem wohlverdienten Urlaub vergnügen, sondern habe zusammen mit Sven die Vertretung des Bloggerkollegen Stefan übernommen. Stefan weilt derzeit für gut drei Wochen in Vietnam und schreibt in seinem jovelblog normalerweise über Fußball, Internet und Münster (manchmal auch über Hamburg). Da es sich um Ehrenamt handelt, welches man bekanntlich nicht ablehnen darf, habe ich dort auch bereits ganz pflichtbewusst einen ersten Beitrag veröffentlicht. Weitere folgen in den nächsten Tagen. Ich wünsche Stefan von hier aus einen phantastischen Urlaub und gratuliere noch einmal ganz nebenbei zu seinem heutigen ersten Bloggeburtstag.
Erst vor einer Woche schrieb Textspeier, der auf seinem Blog täglich sprachakrobatische Kleinode veröffentlicht, dass man seine Inhalte böswillig geklaut habe. Wieder einmal hat jemand fremde Texte unter eigenem Namen veröffentlicht und keinerlei Hinweise auf den Urheber gegeben. Damals dachte ich noch, dass mir so etwas nicht passieren könne, nun ist es geschehen:

Screenshot des Fakeblogs Withoutdoubt!
Heute stieß ich zufällig auf das Copy-and-Paste-Blog Withoutdoubt!. Dessen Betreiberin (laut denic ist eine gewisse Claudia Kaempfe aus Reinbek bei Hamburg für die Inhalte der Domain verantwortlich) hat hier unter dem Pseudonym HappyNippon nicht nur diverse meiner Texte im Wortlaut übernommen und ohne Quellenangabe veröffentlicht, sondern auch Beiträge aus Die Rückseite der Reeperbahn, dem Hamburg vs. Berlin Blog, Fünf Filmfreunde, Mädchenblog und Spreeblick als die ihrigen ausgegeben. Weiterlesen von ‘Das Gegenteil von Kreativität’
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