Tag Archiv für 'Lesung'

Die Frauen lesen

Katja Riemann (Lesen), Sibylle Berg (Lesen und Schreiben)

Katja Riemann (Lesen), Sibylle Berg (Lesen und Schreiben)

Frau Riemann und Frau Berg sitzen gemeinsam auf der Bühne des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Dieses ist zwar gut besucht, aber nicht ausverkauft. Pech für alle, die nicht dort waren. Die Damen haben nämlich sehr schön gelesen, was Frau Berg zuvor sehr schön geschrieben hat. Vor allem ihren neuen Roman “Der Mann schläft”, aber auch Gedichte.

Frau Riemann trinkt Wasser aus dem Glas und Hustensaft aus der Flasche. Letzterer scheint sie aufzuheitern; zumindest hilft er gegen Husten. Frau Berg trinkt nur Wasser und bringt uns bei, dass Husten ausschließlich Willenssache sei. Außerdem erfahren wir, dass sie einst einen Happy-End-Kurs besucht hat. So lässt sich das schriftstellerische Leben ganz einfach in eine Zeit davor und eine Zeit danach einteilen. Trotzdem endet es meistens böse.

Anschließend ist in der Kantine ein Tisch reserviert (“der einzige mit Tischdecke”). Wir dürfen daran Platz nehmen und Bier aus der Flasche trinken. Frau Riemann verzichtet, obwohl die Tischdecke wirklich sehr weiß ist, und es sicher auch Wein gegeben hätte. Frau Berg hingegen trinkt mit uns und leistet praktische Lebenshilfe. Von einem Umzug nach Island, der sexuellen Zuwendung zum männlichen Geschlecht sowie von einer Umschulung zum Bildhauer sehe ich dennoch bis auf weiteres ab.

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Weiterführende Links:

Hausmitteilung: Der Taubenvergrämer lässt lesen — mich auch

Das bin ich.

Das bin ich.

Der Taubenvergrämer aka @vergraemer aka Jan-Uwe Fitz lässt bitten — und zwar zum allerersten Jour-Fitz. Fast alle kommen auch:

Lisa Rank (@kumullus), die im Januar ihr erstes Buch “Und im Zweifel für Dich selbst” bei Suhrkamp Nova veröffentlichen wird,

Michael Bukowski (@mbukowksi) stellt seine “Lektüre für Nichtleser” vor,

und auch ich werde ein paar Zeilen aus meinem bescheidenen Schaffen vortragen.

Kommt alle am Montag, den 26.10. um 20 Uhr ins Spoupanova, Stargarder Straße 24, 10437 Berlin; und gebt vier Euro an der Kasse ab. Von Beileidsbekundungen nach missratenen Textbeiträgen bitten wir abzusehen. Nach der Lesung keine Orgie.

Hausmitteilung Nr. 5: Ich fang nochmal an …

Berlin, Berlin, Berlin. Hier werden kleine Eisbären groß gezogen und vormals große Banken gerettet. Aber nicht nur das; die Hauptstadt kann noch viel mehr. Kein Wunder also, dass hier in Kürze auch die zweite Twitterlesung stattfinden wird. Meine Twitkritkollegen (und auch ich ein bißchen) werden im Rahmen der Neuköllner Lesebühne “Ich fang nochmal an …” einen bunten Strauß Twitteraturblüten binden. Diesmal zwar ganz ohne Bachmann- und Grimmepreisträger, dafür im Anschluss aber mit Bier und Wein.

Außerdem werden wir einen neuen Rekord aufstellen: es wird die wohl vermutlich kürzeste Twitterlesung aller Zeiten werden. Wir haben bei der Vorbereitung keine Mühen gescheut, um bei unserem zweiten Anlauf die vorgelegte Drei-Stunden-Marke deutlich zu unterbieten. Am 16.10.2008 um 20:30 die geht es los. Wir sehen uns im Ori, Friedelstraße 8, Nähe U-Bahnhof Hermannplatz.

Und wer jetzt denkt, in Hamburg ginge gar nichts, der irrt. Nach einigen passablen Gastauftritten haben sich Sven und Stefan dazu entschlossen, mich in den erlesenen Kreis der Podcaster aufzunehmen. Daher treffen wir uns fortan in unregelmäßigen Abständen, um unwichtige Dinge zu besprechen. Die Tondokumente unserer Zusammenkünfte stellen wir dann auf der Seite Hamburger zum Mittag in das weltweite Netz. Dort kann man unsere jeweils aktuellen Produktionen dann entweder direkt anhören, abonnieren oder ignorieren.

Hörreise durch Hamburg

1. Poetry-Slam

Wir befinden uns in einem Kinosaal in Ottensen, einem Kellerclub auf der Reeperbahn oder in einer Studentenkneipe in Uninähe. Die Moderatoren schreiben selbst gern. Sie zieren sich zunächst, ihre Texte vorzutragen und treten aber, wenn sich eine zu kleine Anzahl von Lesern dem Wettbewerb stellt, um den Eintrittspreis zu rechtfertigen, außerhalb der Konkurrenz auf. Die meisten Teilnehmer wollen einfach nur mal auf einer Bühne stehen oder sie treibt die Aussicht auf freien Eintritt und einen Getränkegutschein. Es sind immer dieselben. Die Karavane der kämpfenden Poeten zieht von Veranstaltung zu Veranstaltung. Weiterlesen von ‘Hörreise durch Hamburg’