Manche Menschen gehen nicht gern allein in Cafés, Kinos oder auf Konzerte. Ich schon. Indes gehe ich nur ungern allein in Fotoautomaten.
Tag Archiv für 'Schanze'
Eisig und weiß liegt die Flur,
es wird Nacht und es schweigt die Natur,
ein Anblick so vertraut,
noch einmal und es taut
der Schnee
(Blumfeld)
Hamburg: 4 Grad. Zehn Tage war ich nicht in der Stadt. Es ist nun wahrlich nicht so, dass plötzlich der Frühling ausgebrochen wäre, aber es taut doch merklich. Noch immer muss man Obacht geben, nicht auszurutschen. Wer jetzt hinfällt, wird unangenehm nass — da ist ein blauer Fleck noch das kleinere Übel.
In Berlin habe ich unter der Dusche immer Radio gehört. Radio höre ich sonst nie. Man hört dort Musik, die man gar nicht hören will, und erfährt dort Dinge, die man gar nicht wissen will. Vorgestern habe ich erfahren, dass jemand das Gewicht des in der Hauptstadt liegenden Schnees in Elefanten umgerechnet hat — um sich das besser vorstellen zu können: vier Milliarden Elefanten (vielleicht waren es auch nur vier Millionen). Eine tolle Einheit ist das, jetzt kann ich mir alles viel gleich viel besser vorstellen und frage mich, warum die Schneemenge nicht in Fußballfelder umgerechnet wurde. Wo doch sonst immer alles in Fußballfelder umgerechnet wird. Aber auch in Berlin wird der Schnee irgendwann schmelzen und ich bin gespannt, in welche Einheit man dann die dabei freigesetzte Menge an Flüssigkeit umrechnen wird. Milchseen oder Champagner-Doppel-Magnum-Flaschen wären eine probate Maßeinheit. Fußballfelder sind doch zu zweidimensional; schade eigentlich.
In Hamburg höre ich kein Radio unter der Dusche. Hier hat sich nichts verändert. Das Sofa im Café steht noch immer im Keller. Der Schnee schmilzt.

Eigentlich habe ich diesen Text nur geschrieben, um einmal den radialen Weichzeichner ausprobieren zu können.
Am liebsten sitze ich am großer Fenster mit Blick auf das Schulterblatt. Rundherum hat sich in den letzten Jahren vieles verändert: früher trafen hier Altona, Eimsbüttel und St. Pauli aufeinander — heute ist das Schanzenviertel ein eigener Stadtteil mit breitem Bürgersteig. Schon als Kind habe ich hier zusammen mit meiner Lieblingstante, die ganz in der Nähe wohnte, beim türkischen Gemüsehändler Fladenbrot gekauft. Meinen Opa begleitete ich bei nahezu jedem Hamburgbesuch zu 1000 Töpfe, einem Gemischtwarenladen, der sich damals noch in den Räumlichkeiten der nun besetzten Roten Flora befand.
In den Räumlichkeiten des Gemüsehändlers befindet sich heute eine schicke Bar, in die abends aufgebrezelte Möchtegerneppendorferinnen einkehren, und 1000 Töpfe hat sich längst aus dem Schanzenviertel zurückgezogen. Auch das Antiquariat mit dem unfreundlichen Besitzer, den altmodischen Herrenfriseur und den unaufgeräumten Taschenladen gibt es hier längst nicht mehr. Kleine Gewerbetreibende können die steigenden Mieten im Viertel nicht mehr bezahlen und ziehen sich zunehmend zurück; internationale agierende Sportartikelhersteller und Burgerbrätereien kommen.
Ich will nicht das Klagelied der Gentrifizierung singen; schließlich ist all das weitestgehend bekannt. Ich bin ich selbst kein Schanzenureinwohner und kann auch gar nicht singen. Das zunehmend ballermannesque Flair an lauen Sommerabenden befremdet jedoch auch mich. Hin und wieder beschleicht mich der Gedanke, dass man diesen ehemals charmanten Stadtteil durchaus sprengen könnte, ohne dass ich danach etwas vermissen würde — wenn man einmal vom Saal II und dem Café unter den Linden absieht.
So sitze ich auch heute, an einem regnerischen Sonntagnachmittag, im Saal II und blicke aus dem Fenster. Ob man am Tresen bestellen müsse, ob die Bedienung an den Tisch komme, fragt mich das Mädchen, das sich zu mir an den Tisch gesetzt hat. “In den letzten 15 Jahren* ist immer jemand an den Tisch gekommen”, antworte ich und merke, dass auch an mir die Zeit nicht spurlos vorübergegangen ist: Mit wem ich hier schon alles gesessen habe, über was ich hier schon alles gesprochen habe, was ich hier schon alles getrunken habe ... Auch wenn sich rundherum alles verändert, in den Saal komme ich immer wieder gern zurück.
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* (fast) 15 Jahre (kann es auf den Tag genau nicht sagen, aber es muss seit Mitte der 90er gewesen sein), und abends muss man natürlich am Tresen bestellen.
In Österreich gibt es den Beruf des Realitätenvermittlers. Man geht in seine Sprechstunde und möglichst schonend vermittelt er einem die Realität. Das ist zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich verkauft er einem nur marode Immobilien zu überhöhten Preisen. Die Ernüchterung bei einem genaueren Blick hinter die Fassade ist bei den von ihm vermittelten Immobilien oft genauso groß wie bei der Erkenntnis, dass es sich bei dieser wohlklingenden Berufsbezeichnung um nichts weiter als einen Haus- und Grundstücksmakler handelt.
Bei ganz genauer Betrachtung erkennt man, dass die Realität ein Auge hat. Dort kann man hineinschauen. Dann sieht man Dinge, die man eigentlich gar nicht sehen wollte: z. B. dass der geliebte Mac auch nur ein Computer ist, dass der geliebte Mensch auch nur eine Frau ist, dass der teure Wodka mit dem Grashalm auch nur ein Kartoffelschnaps ist – oder dass das geliebte Hamburg auch nur eine Stadt ist.
Fast mein halbes Leben habe ich nun hier verbracht. Hamburg ist auf den ersten Blick schön: Alster, Elbe, Hafen, Michel, Fernsehturm, Schanze, St. Pauli und noch viel mehr. Nur was soll ich da? Einmal genauer hinsehen, der Realität in ihr matschiges Auge.
Wenn der Tourist von der Alster spricht, dann meint er nicht den Fluss, sondern den aufgestauten See mit kleinen Segelbooten und Schwänen sowie rundherum prachtvolle Villen. Doch der Eindruck trügt. Im Grunde genommen, teilt die Alster die Stadt fast unüberwindbar in zwei Teile. Will man vom Westen in den Osten, so muss man sie mühsam umfahren. Das richtige Leben spielt auf der Westseite; will man ans andere Ufer, muss man Strecken zurücklegen, die einen, obwohl man sich in einer Kleinstadt befindet, an Berlin erinnern lassen. Wenn es heiß ist, dann beginnt das kaum in Bewegung befindliche Wasser in den Seitenarmen der Alster unangenehm zu stinken.
Die Elbe ist schon etwas besser, immerhin führt sie heraus aus Hamburg in die große weite Welt. Spricht der Zugereiste vom „an der Elbe treffen“, so meint er jedoch meist die Strandperle. Die Strandperle ist nichts weiter als ein heruntergekommener Kiosk in der Nähe des Museumshafens Oevelgönne. Will man hier ein Bier erwerben, ist dies meist nicht nur lauwarm, sondern man muss auch, nachdem man nach Überwindung der langen Warteschlange schon fast dehydriert ist, so viel bezahlen wie woanders für eine ganze Brauerei. Dicht an dicht sitzen an sonnigen Tagen die Elbbesucher rund um die Strandperle herum und zwischen sich vergraben sie ihre noch glühende Grillkohle. Stets läuft man Gefahr, sich die Füße zu verbrennen. Will man die Gegend um die Strandperle herum sicher passieren, so empfiehlt es sich, auf die Menschen zu treten. Sie haben es nicht besser verdient.
Der Hafen, das Tor zur Welt. Industrieromantik bis zum Umfallen, jedenfalls vor der Wirtschaftskrise. Heute findet Handel kaum noch statt. Container samt -schiffe rosten unbenutzt vor sich hin, weil keiner mehr giftige Spielwaren oder leicht entflammbare Textilien aus China importieren will und sich niemand mehr auf der Welt Meisterwerke deutscher Ingenieurskunst leisten kann. Der Hafen dient nur noch als Kulisse für -rundfahrten. Eine Freundin aus dem Schwäbischen bezeichnete ihn ganz treffend als „große Baustelle auf dem Wasser“. Damals wurde zwar noch gebaut, aber ich schüttelte über diese Kategorisierung den Kopf. Heute weiß ich, dass sie Recht hatte.
Michel, Michel, wenn ich das schon höre. Busweise werden Touristen hierher gekarrt, um aus dem Fenster ihres Doppeldeckers einen Blick auf die Hauptkirche St. Michaelis zu erhaschen. Aber was gibt es schon zu sehen; ist das Gebäude doch zumeist mit Baugerüsten umhüllt, auf denen bevorzugt Betreiber von Atomkraftwerken für die Bewahrung der Schöpfung werben. Zwar kann man mit einem Personenaufzug den Turm erklimmen, allerdings ist es oben so vergittert, dass man keine Möglichkeit hat, sich auch herunterzustürzen. Bei Feierlichkeiten anlässlich von Staatsbegräbnissen allerdings macht die Kirche eine mehr als ordentliche Figur.
Telemichel, Telemichel, wenn ich das schon höre. Korrekt heißt der Hamburger Fernsehturm „Heinrich-Hertz-Turm“. Früher gab es dort oben ein Café, in dem man kännchenweise Kaffee trinken und dazu aufgeschäumte Tortenstücke bestellen konnte, während man dabei auf einer Plattform sitzend im Kreis gedreht wurde. Hier oben hatte man einen guten Ausblick auf die Stadt, aber das alles ist Geschichte. Der Turm ist längst nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich und wird es wahrscheinlich auch nie wieder werden. Im Prinzip könnte man ihn auch abreißen, vermutlich rottet er aber von innen vor sich hin und wird irgendwann von ganz allein umfallen.
Die Schanze war mal so etwas wie ein alternativer Stadtteil. Heute ist sie selbstverständlich in jedem Touristenführer zu finden. Während man auf dem verbreiterten Bürgersteig portugiesischen Milchkaffee aus Gläsern trinkt (auch bekannt als Galão-Strich, offene Koffeinszene), genießt man den Blick auf das besetzte Kulturzentrum gegenüber. Dessen Besetzer zünden einmal im Jahr ein Sofa an und stellen es auf die Straße. Dann kommen mindestens vier Wasserwerfer, löschen den Brand und werden dafür mit Steinen beworfen; unter Zuhilfenahme der übriggebliebenen Steine werden die umliegenden Bankfilialen und Ladenketten entglast. Während alteingesessene Ladeninhaber die Mieten im Viertel nicht mehr bezahlen können, haben sich hier bereits ein Adidas-Laden und McDonald‘s erfolgreich niedergelassen. Bald kommen H&M und Starbucks. Der Stadtteil ist zu einem einzigen Konjunkturprogramm für das Glaserhandwerk und Gentrifizierungsforscher verkommen.
St. Pauli lebt von seinem längst verblasstem Mythos, eine sündige Meile zu sein. Seefahrer haben hier einst ihre Heuer versoffen und sich mit leichten Damen amüsiert. Im Zeitalter der Containerschiffe sind die Liegezeiten im Hafen allerdings so kurz geworden, dass die Seeleute keine Zeit mehr für einen St.-Pauli-Aufenthalt hatten. Mit Blick auf den eingebrochenen Welthandel hätten sie diese zwar wieder, aber wohl kein Geld mehr für millieutypische Vergnügungen. Heute darf man hier nicht einmal mehr Waffen und Glasflaschen bei sich tragen und an der Stelle, wo einst Astra gebraut wurde, findet sich ein zwanzigstöckiges Designhotel. Darüber hinaus wird man in weiten Teilen St. Paulis auf Schritt und Tritt von Videokameras überwacht, die sich bei Gewalttaten schon mehrfach mutig zwischen Angreifer und Opfer geworfen haben sollen. Wer kein Geld für einen Mallorcaflug hat, kann sich hier abends Wochenende einer gepflegte Ballermannatmosphäre hingeben und tut dies auch.
Und sonst so? Clubsterben, Richter-Schill-Wähler und eine grüne Partei, die vor der Wahl Kohlekraftwerke bekämpft, um sie nach der Wahl zu genehmigen sowie keine einzige lesbare Tageszeitung. Das einzige, was für die Stadt spricht, ist das wunderbar schlechte Wetter, aber auch das enttäuscht in diesen Tagen.
Ist das noch mein Hamburg, wie ich es lieben gelernt habe? In Hamburg hält mich im Moment nichts – aber nach Berlin zieht mich auch nichts.
Etwas abseits der belebten Schanzenpiazza, wo Mädchen mit tellergroßen Sonnenbrillen bekleidet Milchkaffee aus Gläsern trinken, den sie Galão nennen, liegt an einer ruhigen kopfsteingepflasterten Straßenkreuzung das Café unter den Linden. Dort, wo ich in meiner Jugend den ersten Milchkaffee aus der Schale trank und den Übergang vom Speiseeis zum Kuchen meisterte, bin ich bis heute hängengeblieben. Am exzellenten Service kann es nicht liegen. Fast glücklich darf sich schätzen, wer die Gelegenheit erhält, eine Bestellung aufzugeben; eine Audienz beim Papst dürfte einfacher zu erlangen sein. Die Betreiber haben es geschafft, ausschließlich charmant-verpeilte Leute für ihre Servicecrew zu rekrutieren, denen man es allerdings kaum übelnehmen kann, übersehen zu werden oder genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich bestellt hat, geliefert zu bekommen. Ganz sicher hat dies System, andernfalls wäre eine solche Homogenität und die Tatsache, dass sich auch der Servicenachwuchs perfekt in das Servicekonzept einpasst, nicht zu erklären. Ebenfalls zu monieren wäre, dass es dem Personal gelingt, den Innenraum, der sich im vorderen Teil durch einen 50er-Jahre-Eisdielen-Stil und im hinteren Teil durch gemütliche Lederbänke gekennzeichnet auszeichnet, meist mit nervraubender und unpassender Musik, oft elektronischer Art, zu beschallen. Weiterlesen von ‘Café unter den Linden’
Heute vor dem besetzten Kulturzentrum einen Zehn-Euro-Schein gefunden. Ein bißchen zusammengefaltet lag er direkt vor meinen Füßen auf dem Boden. Was tun? Dr. Dr. Rainer Erlinger, der im Magazin der Süddeutschen Zeitung wöchentlich schwierigste Gewissensfragen zu beantworten pflegt, kann mir leider auf die Schnelle nicht weiterhelfen, da ich seine Handynummer gerade nicht zur Hand habe. Aufsammeln oder Liegenlassen, damit der nächste, der zufällig vorbeikommt, ihn an sich nimmt, um dafür zwei Schachteln Zigaretten oder fünf Liter Superbenzin kauft? Zigaretten sind ungesund und Autofahren ist schlecht für die Umwelt. Liegenlassen kommt also nicht in Frage, was mich vor die nächste schwierige Entscheidung stellt. Weiterlesen von ‘Umverteilung von unten’
An Strauße dachte ich immer, wenn ich eine von ihnen sah. Mit ihren langen Beinen und dem stets etwas dümmlichen Gesichtsausdruck war die Ähnlichkeit mit den flugunfähigen Vogeltieren nicht zu übersehen. Sie hatten es nicht weit aus ihren Vordörfern in der Nähe von Winsen an der Luhe Bargteheide oder Quickborn und Pinneberg. Obwohl ihre Beine wirklich so lang waren, dass sie nur zwei, drei Schritte gebraucht hätten, um die nahgelegene Metropole zu erreichen, nahmen sie ausnahmslos den Linienbus des städtischen Verkehrsverbundes. Sie wunderten sich dann immer über die
Busfahrer, die einander im Vorbeifahren freundlich grüßend zuwinkten. Sie fragten sich, ob auch hier in der Großstadt alle Mitglieder des unüberschaubar erscheinenden Busfahrerkollegiums miteinander bekannt seien und ob sich auch diejenigen Omnibuschauffeure grüßten, die eine gegenseitige Antipathie verband, oder ob eine solche im rastlosen Treiben des Straßenverkehrs keine Rolle spielte. Schließlich blieben den Fahrern oft nur Bruchteile von Sekunden, um eine Grußentscheidung zu treffen. Unmöglich war die Komplexität dieses Denkprozesses für ein Straußenhirn nachzuvollziehen.
Während der Fahrt trainierten sie abwechselnd ein verhaltenes Lächeln und ihren möglichst geheimnisvollen Abwesenheitsblick. An ihrer Zielhaltestelle angekommen, holten sie mit der rechten Hand zuerst einen Stadtplan aus ihren mit Vogue oder Cosmopolitan beschrifteten großen Taschen, deren Trageriemen immer möglichst lässig über einer Schulter hingen, während sie mit der linken Hand die Evian-Flasche zum rotgeschminkten Munde führten. Niemals benutzten sie Falk-Pläne, das hatten sie gelernt. Mit deren Patentfaltung kamen sie nicht zurecht und für einen Einmalgebrauch waren diese zu hochpreisig. Es wurde unförmiges Kartenmaterial in Form eines Ringbuches bevorzugt. Den Stadtplan drehten sie immer mit ihrer jeweiligen Laufrichtung, doch mehr Orientierung verschaffte ihnen die unablässige Neujustierung nicht. In ihren Heimatdörfern brauchten sie keine Karte, schließlich gab es dort nur Haupt- und Kirchenstraße. Nach dem richtigen Weg zu fragen, traute sich keine von ihnen. Stattdessen stakselten sie, nachdem sie im Taschenspiegel ihr Make-up bereits das dritte Mal innerhalb einer Viertelstunde kontrolliert hatten, in ihren hohen Stiefeln instinktiv in sämtliche ihrem Ziel entgegengesetzte Richtungen, den Stadtplan, als sei selbstverständlicher nichts auf der Welt, dabei immer wilder drehend. In Mailand, Paris oder New York würden sie sich so nie zurechtfinden. Weiterlesen von ‘Laufvögel im Schanzenviertel’
Neuerdings wird der Boden von dunkelbraunem Parkett geziert. Sonst ist alles wie immer in der früheren Bäckerei am Schulterblatt, dieselben Kacheln wie seit geschätzten hundert Jahren. Die Ganztagsfrühstücker nehmen die Jazzmusik im Hintergrund kaum noch wahr. Meistens läuft britischer Indierock oder Hamburger Schule. Die Bedienungsdamen legen zur Abwechslung hin und wieder die Best-of-Platte von Paolo Conte auf. Es gibt keinen WLAN-Empfang und nur selten klappt ein schrägfrisierter Ringelpulloverträger seinen mit einem stivollen Apfel verzierten Tischrechner auf. Weiterlesen von ‘Saal II’

Heute gefunden an einer Litfaßsäule auf der S-Bahn-Station Sternschanze. Was will uns der Schreiber dieses Plakates sagen?
… oder: was macht die heilige Inquisition in einem Plattenladen?
Diese Szene spielt nicht in einem dieser neumodischen Plattenläden, die einen hellen Holzfußboden haben und in denen auch gebrauchte, aber gut erhaltene und widmungsfreie Bücher feilgeboten sowie Espressovariationen in großen Gläsern gereicht werden und in denen die Verkäufer immer so freundlich und frisch gebadet sind, dass der Endverbraucher generös darüber hinwegsieht, wenn gebrauchte Silberlinge gelegentlich – vermeintlich versehentlich – mit dem Neupreis ausgezeichnet werden. Weiterlesen von ‘Low Fidelity und die ganz dunkle Seite des Mondes’







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