Tag Archiv für 'Todesanzeigen'

Todesanzeigen

Todesanzeigen in der Süddeutschen Zeitung

Für mein Leben gern lese ich die Todesanzeigen in der Süddeutschen Zeitung. Der Lokalteil dieser Zeitung interssiert mich darüber hinaus nicht, schließlich habe ich weder in München gelebt noch kenne ich jemanden, der in der bayerischen Landeshauptstadt das Zeitliche segnen könnte. Das Beste an den Traueranzeigen sind die Bekanntmachungen der Friedhofsverwaltung. Hier wird genau bezeichnet, wer wann und wo beigesetzt wird; aber nicht nur das:  auch der Beruf der Verblichenen wird hier exakt angegeben. So weiß ich, dass die Menschen in München Tätigkeiten wie “Bundesbahnbeamter”, “Näherin”, “Hafner/Ofensetzer”, “Buchbinder”, “Maschinenstrickerin” oder gar “Zolldeklarant” nachgingen.

Allesamt Berufsbilder aus einer längst vergangenen Zeit, wie sie von den “Blättern zur Berufskunde”, die früher das Arbeitsamt, als es noch nicht Bundesagentur für Arbeit hieß, nicht hätte schöner ersonnen werden können. Noch nie ist ein “Facility Manager”, ein “Human Resources Developer” oder ein “Social Media Consultant” dahingeschieden. Nicht, dass diese Berufe unsterblich machten – aber bis diejenigen, die diese Berufe ausüben, an der Reihe sind, wird es wohl keine auf Papier gedruckten Todesanzeigen mehr geben.

Kuriose Todesanzeigen

Todesanzeige

Nach einigen Tagen der Qual habe ich bereits nach einer griffigen Formulierung für meine eigene Anzeige gesucht. Zum Glück bin ich dem Sensenmann noch einmal entkommen und mit mir geht es wieder bergauf. Falls Ihr Euch für den Ernstfall rechtzeitig ein paar Anregungen holen möchtet, empfehle ich die großartige Todesanzeigensammlung von Christian Sprang, der seit vielen Jahren Kuriositäten aus diesem Bereich sammelt und diese bereits seit 2003 im Internet veröffentlicht. Und wer es lieber geschmackvoll mag, der ist hier sicher an der richtigen Adresse.